Depot verstehen

Risikostreuung im nachhaltigen Depot: Doppelungen erkennen

Mehrere grüne Fonds im Depot bedeuten nicht automatisch eine breite Streuung. Entscheidend ist, welche Unternehmen und wirtschaftlichen Risiken hinter den unterschiedlichen Produktnamen stehen.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung

Das Wichtigste

Zählen Sie nicht nur Fonds, sondern prüfen Sie ihre Inhalte. Mehrere Anlagen können dieselben Unternehmen, Branchen oder Länder stark gewichten und dadurch gemeinsame Risiken bündeln.

In diesem Artikel
  1. Warum drei Fonds ähnlich reagieren können
  2. Doppelungen in Euro statt nur in Prozent betrachten
  3. Nachhaltigkeitsregeln verändern die Zusammensetzung
  4. Auch gemeinsame Einflussfaktoren beachten
  5. Eine übersichtliche Depotprüfung durchführen

Warum drei Fonds ähnlich reagieren können

Ein nachhaltiger Weltaktienfonds, ein Klimafonds und ein Umwelttechnologiefonds können teilweise dieselben Aktien enthalten. Unterschiedliche Namen zeigen zunächst unterschiedliche Auswahlregeln; sie beweisen keine voneinander unabhängigen Risiken. Auch ein Fonds mit vielen Positionen kann von wenigen großen Unternehmen geprägt sein.

Die US-Wertpapieraufsicht SEC erklärt auf Investor.gov, dass eng aufgestellte Fonds keine ausreichende Diversifikation garantieren und auch bei mehreren Fonds die wichtigsten Positionen verglichen werden sollten. Für die praktische Prüfung hilft deshalb ein Blick durch die Fondshülle: Welche wirtschaftlichen Beteiligungen besitzen Sie zusammen tatsächlich?

Doppelungen in Euro statt nur in Prozent betrachten

Fiktives Beispiel: In Fonds A liegen 6.000 Euro, in Fonds B 4.000 Euro. Ein Unternehmen hat in A ein Gewicht von acht Prozent und in B von zwölf Prozent. Über A entfallen rechnerisch 480 Euro darauf, über B weitere 480 Euro. Insgesamt sind das 960 Euro oder 9,6 Prozent dieses 10.000-Euro-Depots.

Berechnen Sie diese Größenordnung zunächst für auffällige große Positionen. Verwenden Sie möglichst Bestandslisten vom gleichen Stichtag, denn Gewichtungen ändern sich. Nur die zehn größten Werte zu vergleichen liefert einen ersten Hinweis, aber keine vollständige Überschneidungsanalyse. Unterschiedliche Anteilklassen desselben Fonds schaffen ebenfalls keine zusätzlichen Unternehmensbeteiligungen.

Nachhaltigkeitsregeln verändern die Zusammensetzung

Ausschlüsse und positive Auswahlkriterien begrenzen, welche Anlagen überhaupt infrage kommen. Das Umweltbundesamt beschreibt unterschiedliche nachhaltige Investmentstrategien, darunter Ausschlüsse und die Auswahl relativ besser bewerteter Unternehmen. Diese Ansätze können zu sehr verschiedenen Portfolios führen.

Prüfen Sie daher, ob mehrere Fonds dieselben Filter und Datenanbieter verwenden. Ein zusätzlicher Fonds bringt möglicherweise wenig neue Streuung, wenn er fast dasselbe Anlageuniversum abdeckt. Das bedeutet nicht, dass persönliche Ausschlüsse aufgegeben werden müssen. Ihre Wirkung auf Branchen- und Ländergewichte sollte lediglich sichtbar sein. Einzelheiten erklärt unser Beitrag zu Ausschlusskriterien.

Auch gemeinsame Einflussfaktoren beachten

Unterschiedliche Unternehmensnamen können von denselben Entwicklungen abhängen. Mehrere Solar-, Wind- und Speicherunternehmen könnten beispielsweise gleichzeitig unter höheren Finanzierungskosten oder verschobenen Projekten leiden. Das ist eine mögliche Risikoverbindung, keine Prognose für diese Branchen.

Betrachten Sie außerdem den Anteil von Aktien, Anleihen und verfügbaren Rücklagen am gesamten Vermögen. Nachhaltige Aktienfonds bleiben Aktienanlagen und können auch gemeinsam fallen. Breite Streuung begrenzt bestimmte Einzelrisiken, beseitigt aber weder allgemeine Marktrisiken noch das Risiko eines ungünstigen Verkaufszeitpunkts. Die Grundlagen behandelt Risiko, Rendite und Liquidität.

Eine übersichtliche Depotprüfung durchführen

  1. Erfassen Sie Anlagebetrag, Anlageklasse und Stichtag jeder Position.
  2. Vergleichen Sie die größten Unternehmen sowie Branchen- und Ländergewichte.
  3. Rechnen Sie wichtige Doppelungen auf ihren Anteil am Gesamtdepot um.
  4. Notieren Sie gemeinsame Risiken wie ein enges Technologiethema oder Fremdwährungen.
  5. Prüfen Sie, ob die gefundene Verteilung noch zum Anlageziel und zum verfügbaren Zeithorizont passt.

Eine erkannte Doppelung ist zunächst eine Information und kein automatischer Verkaufsauftrag. Änderungen können Handelskosten und Steuern auslösen. Dokumentieren Sie daher zuerst das gewünschte Risikoprofil und prüfen Sie mögliche Anpassungen samt Kosten. So wird aus der bloßen Anzahl grüner Produkte eine nachvollziehbare Übersicht Ihres tatsächlichen Depots.