60 Begriffe · Von A bis Z

Grüne Geldanlage.
Einfach erklärt.

Was bedeutet ESG? Was unterscheidet Kupon und Rendite? Unser Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund um nachhaltige Geldanlagen – kurz, verständlich und mit Links zum Weiterlesen.

Stand: · Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung

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A

Aktie

Eine Aktie verbrieft einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Wer sie besitzt, beteiligt sich an deren wirtschaftlicher Entwicklung und erhält je nach Aktienart bestimmte Mitwirkungsrechte. Erträge können durch Kurssteigerungen und Dividenden entstehen; beides ist ungewiss und Kursverluste sind möglich.

Eine ökologisch ausgerichtete Geschäftstätigkeit macht die Aktie eines Unternehmens nicht automatisch zu einer risikoarmen Anlage.

Anlagehorizont

Der Anlagehorizont beschreibt den Zeitraum, für den Sie Geld voraussichtlich investieren möchten oder darauf verzichten können. Er hängt von Ihren Zielen und geplanten Ausgaben ab. Für die Auswahl einer Anlage ist wichtig, ob deren Bindung und Schwankungen zu diesem Zeitraum passen.

Ein langer Anlagehorizont garantiert keinen Gewinn. Planen Sie notwendige Rücklagen und frühere Ausgaben gesondert ein.

Anlageklasse

Eine Anlageklasse fasst Vermögenswerte mit ähnlichen grundlegenden Eigenschaften zusammen, etwa Aktien, Anleihen oder Immobilien. Die Gruppen unterscheiden sich unter anderem bei Ertragsquellen, Risiken und Verfügbarkeit. Nachhaltigkeit ist dabei ein zusätzliches Auswahlmerkmal und kann innerhalb unterschiedlicher Anlageklassen eine Rolle spielen.

Zwei nachhaltige Produkte können sehr verschieden funktionieren. Vergleichen Sie zuerst, welche Vermögenswerte und Ansprüche dahinterstehen.

Anleihe

Eine Anleihe ist ein Wertpapier, mit dem sich etwa ein Unternehmen oder Staat Geld leiht. Die Bedingungen regeln insbesondere Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlung. Anleger werden Gläubiger des Herausgebers. Ob dieser vereinbarte Zahlungen tatsächlich leisten kann, bleibt ein wesentliches Risiko.

Auch eine grüne Anleihe kann ausfallen. Prüfen Sie die Zahlungsfähigkeit des Herausgebers getrennt von der Mittelverwendung.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien legen fest, welche Unternehmen, Tätigkeiten oder Staaten eine Anlagestrategie meiden soll. Gründe können bestimmte Geschäftsfelder oder Verstöße gegen soziale und ökologische Regeln sein. Wie streng ein Ausschluss wirkt, hängt von seinem Geltungsbereich, möglichen Umsatzgrenzen und Ausnahmen ab.

Lesen Sie die genaue Regel: Ein Ausschluss kann bestimmte Tätigkeiten erfassen, ohne die gesamte Branche auszuschließen.

Ausschüttung

Eine Ausschüttung ist eine Auszahlung an Anleger, beispielsweise aus einem Investmentfonds. Welche Beträge wann ausgezahlt werden, richtet sich nach den jeweiligen Bedingungen. Das ausgezahlte Geld verlässt das Fondsvermögen; eine Ausschüttung ist deshalb nicht einfach ein zusätzlicher Gewinn neben dem unveränderten Anteilswert.

Für einen fairen Fondsvergleich müssen Kursentwicklung und Ausschüttungen gemeinsam betrachtet werden, möglichst mit derselben Annahme zur Wiederanlage.

B

Basisinformationsblatt

Das Basisinformationsblatt, häufig kurz BIB oder KID genannt, bündelt zentrale Angaben zu bestimmten Anlageprodukten. Es erläutert unter anderem Produktart, Risiken, mögliche Ergebnisse und Kosten in einem standardisierten Format. So soll es helfen, Angebote zu verstehen und miteinander zu vergleichen.

Beispielszenarien sind keine Zusagen. Prüfen Sie außerdem das Datum, die richtige Anteilklasse und die vollständigen Vertragsbedingungen.

Best-in-Class

Best-in-Class bezeichnet eine Auswahlmethode, die innerhalb einer Vergleichsgruppe die nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien besser bewerteten Unternehmen bevorzugt. Verglichen werden beispielsweise Unternehmen derselben Branche. Die Auswahl ist relativ: Ein Spitzenplatz innerhalb einer belastenden Branche bedeutet nicht automatisch eine insgesamt geringe Umweltbelastung.

Prüfen Sie, ob zusätzlich Branchen ausgeschlossen werden und welche Kriterien den Vergleich innerhalb der Gruppe bestimmen.

Biodiversität

Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Dazu gehören die Vielfalt der Arten, die genetischen Unterschiede innerhalb von Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Der Begriff beschreibt daher mehr als die Zahl vorhandener Tierarten und umfasst auch Lebensräume sowie ihre vielfältigen Beziehungen.

Bei Geldanlagen helfen Fragen zu betroffenen Standorten, Lieferketten und konkreten Naturschutzzielen, allgemeine Biodiversitätsversprechen besser einzuordnen.

Bonität

Bonität bezeichnet die Kreditwürdigkeit eines Schuldners, also seine Fähigkeit, vereinbarte Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie spielt etwa bei Anleihen eine wichtige Rolle. Zur Beurteilung werden wirtschaftliche Daten und weitere Informationen herangezogen; die Einschätzung kann sich mit der finanziellen Lage verändern.

Eine gute Bonitätseinschätzung ist keine Zahlungsgarantie. Sie beantwortet außerdem nicht, wie nachhaltig das Geschäftsmodell ist.

C

Climate Transition Benchmark (CTB)

Eine EU Climate Transition Benchmark ist ein Referenzindex, dessen Zusammenstellung einen Übergang zu einer emissionsärmeren Wirtschaft abbilden soll. Für die Kennzeichnung gelten europäische Mindestanforderungen, unter anderem zur Treibhausgasintensität und ihrer Verringerung. Ein darauf beruhender Fonds muss zusätzlich anhand seiner eigenen Bedingungen geprüft werden.

Ein regelkonformer Indexpfad garantiert weder reale Emissionssenkungen jedes enthaltenen Unternehmens noch eine bestimmte Wertentwicklung des Fonds.

CO₂-Fußabdruck

Der CO₂-Fußabdruck beziffert zugerechnete Treibhausgasemissionen, häufig in CO₂-Äquivalenten. Bei einem Depot werden Emissionen der finanzierten Unternehmen oder Projekte nach einer bestimmten Methode anteilig zugeordnet. Das Ergebnis hängt davon ab, welche Emissionen, Daten und Bezugsgrößen in die Berechnung eingehen.

Ein niedrigerer CO₂-Fußabdruck des Depots beweist für sich allein noch keine tatsächlich vermiedenen Emissionen.

Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting stellen viele Anleger gemeinsam Kapital für ein Unternehmen oder Projekt bereit, meist über eine Internetplattform. Dafür erwerben sie vertragliche finanzielle Ansprüche, beispielsweise auf Zinsen oder eine Beteiligung. Die genaue Konstruktion bestimmt Rechte, Laufzeit und Risiken der einzelnen Investition.

Prüfen Sie Vertragsrang und Ausstiegsmöglichkeiten. Auch bei regionalen Umweltprojekten kann das gesamte eingesetzte Geld verloren gehen.

D

Diversifikation

Diversifikation bedeutet, Kapital auf verschiedene Anlagen zu verteilen, damit die Entwicklung nicht zu stark von einer einzelnen Position abhängt. Eine Streuung kann Unternehmen, Branchen, Länder oder Anlageklassen umfassen. Entscheidend ist auch, wie ähnlich sich die gewählten Anlagen in verschiedenen Marktsituationen verhalten.

Viele Positionen allein garantieren keine gute Streuung. Gemeinsame Risiken und Verluste des gesamten Marktes können bestehen bleiben.

Dividende

Eine Dividende ist der Teil einer Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft, der auf eine einzelne Aktie entfällt. Ob und in welcher Höhe eine Auszahlung erfolgt, hängt von den maßgeblichen Beschlüssen ab. Dividenden sind damit mögliche Erträge einer Aktie, keine fest zugesagten Sparzinsen.

Eine hohe vergangene Dividende garantiert keine künftigen Auszahlungen und sagt allein wenig über das Gesamtrisiko der Aktie.

Doppelte Wesentlichkeit

Doppelte Wesentlichkeit betrachtet Nachhaltigkeit aus zwei Richtungen: Welche bedeutsamen Auswirkungen hat ein Unternehmen auf Menschen und Umwelt, und welche finanziellen Risiken oder Chancen entstehen ihm durch Nachhaltigkeitsthemen? Ein Thema kann aus einer dieser Perspektiven oder aus beiden wesentlich sein.

Ein geringes finanzielles Umweltrisiko des Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass seine eigenen Auswirkungen auf die Umwelt gering sind.

Duration

Die Duration beschreibt bei einer Anleihe die durchschnittliche zeitliche Bindung des eingesetzten Kapitals unter Berücksichtigung ihrer Zahlungen. Die sogenannte Macaulay Duration gewichtet die Zeitpunkte von Zinsen und Rückzahlung anhand ihrer Barwerte. Sie unterscheidet sich deshalb häufig von der einfachen Restlaufzeit.

Achten Sie auf die genaue Variante der Kennzahl. Duration und Restlaufzeit sind nur bei bestimmten Anleihen gleich.

E

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt bestimmte Bankguthaben bei einem Entschädigungsfall grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Person und Bank. Mehrere Konten bei derselben Bank werden dafür zusammengerechnet. Ob ein Guthaben erfasst ist und welches System zuständig ist, sollte vor der Anlage geklärt werden.

Anleihen und Fondsanteile sind keine Bankeinlagen. Für sie gilt nicht einfach derselbe Schutz vor Anlageverlusten.

Emittent

Ein Emittent ist der Herausgeber eines Wertpapiers, etwa ein Unternehmen bei einer Unternehmensanleihe oder ein Staat bei einer Staatsanleihe. Durch die Ausgabe beschafft er Kapital. Seine Identität und wirtschaftliche Lage sind wichtig, um die Ansprüche aus dem Wertpapier einzuordnen.

Die vermittelnde Plattform oder Bank muss nicht der Emittent sein. Prüfen Sie den vollständigen Namen in den Unterlagen.

Engagement

Engagement bedeutet bei nachhaltigen Anlagen den gezielten Austausch von Investoren mit Unternehmen, um Veränderungen anzustoßen. Themen können Klimaschutz, Arbeitsbedingungen oder Unternehmensführung sein. Bei Aktien kann dazu die Ausübung von Stimmrechten kommen. Aussagekräftig sind konkrete Ziele, Maßnahmen und nachvollziehbare Fortschrittsberichte.

Die Zahl geführter Gespräche ist noch kein Wirkungsnachweis. Fragen Sie nach Ergebnissen und dem Umgang mit ausbleibendem Fortschritt.

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien stammen aus Quellen wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Sie unterscheiden sich damit von begrenzten fossilen Energieträgern. Für ihre Nutzung sind jeweils eigene technische Anlagen und Ressourcen nötig, deren Bau und Betrieb unterschiedliche Umweltwirkungen haben können.

Ein erneuerbares Energieprojekt ist nicht automatisch wirtschaftlich erfolgreich. Finanzierung, Standort, Betriebskosten und Vertragsrechte bleiben wichtige Prüfpunkte.

ESG

ESG steht für Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Die drei Bereiche dienen dazu, Nachhaltigkeitsaspekte bei Unternehmen und Anlagen zu betrachten. Welche Themen erfasst und wie sie gewichtet werden, hängt jedoch von der verwendeten Methode ab.

Das Kürzel allein beschreibt noch keine strenge Anlagestrategie. Lesen Sie die verbindlichen Kriterien und ihre Anwendung.

ESG-Rating

Ein ESG-Rating bewertet ein Unternehmen oder Finanzprodukt anhand von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten. Je nach Anbieter können Risiken für das Unternehmen, dessen Auswirkungen oder mehrere Perspektiven im Mittelpunkt stehen. Verschiedene Daten, Kriterien und Gewichtungen können deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Vergleichen Sie Bewertungen nur mit Kenntnis ihrer Methode. Ein gutes ESG-Rating ist weder Renditegarantie noch vollständiger Wirkungsnachweis.

ETF

ETF steht für Exchange Traded Fund, einen börsengehandelten Investmentfonds. Viele ETFs bilden einen Index nach; daneben gibt es aktiv verwaltete Varianten. Mit einem Fondsanteil beteiligen sich Anleger an einem gebündelten Portfolio, dessen Zusammensetzung und Risiken von der jeweiligen Strategie abhängen.

Ein ETF ist nicht automatisch breit gestreut oder nachhaltig. Prüfen Sie Indexregeln, enthaltene Anlagen und Kosten.

EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein europäisches Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Sie enthält Kriterien, anhand derer bestimmte Aktivitäten eingeordnet werden können. Betrachtet werden unter anderem Beiträge zu Umweltzielen, erhebliche Beeinträchtigungen anderer Ziele und Mindestschutzvorgaben. Eine ganze Geldanlage wird dadurch nicht pauschal bewertet.

Taxonomiefähig und taxonomiekonform bedeuten Unterschiedliches. Die bloße Erfassung einer Tätigkeit bestätigt noch nicht die Erfüllung sämtlicher Kriterien.

F

Festgeld

Festgeld ist ein Bankguthaben, das für eine vereinbarte Zeit zu festgelegten Bedingungen angelegt wird. Typisch sind eine feste Laufzeit und ein vereinbarter Zinssatz. Während der Bindung steht das Geld gewöhnlich nicht frei zur Verfügung; vorzeitige Auszahlungen richten sich nach dem Vertrag.

Prüfen Sie die tatsächliche Bank und das Sicherungssystem. Der Begriff Festzins allein macht ein Angebot noch nicht zu Festgeld.

G

Green Bonds

Green Bonds sind Anleihen, deren Erlöse für geeignete Umweltprojekte verwendet werden sollen, etwa für erneuerbare Energie oder umweltfreundlichen Verkehr. Entscheidend sind die konkreten Regeln zur Projektauswahl, Mittelzuordnung und Berichterstattung. Die grüne Zweckbindung verändert nicht automatisch die grundlegenden Zahlungsansprüche der Anleihe.

Umweltwirkung und finanzielle Sicherheit sind getrennte Fragen. Auch ein überzeugender Projektbericht beseitigt das Ausfallrisiko des Emittenten nicht.

Greenwashing

Greenwashing bezeichnet irreführende Umwelt- oder Nachhaltigkeitsaussagen, durch die ein Angebot besser erscheint, als seine belegbaren Eigenschaften rechtfertigen. Bei Geldanlagen können etwa unklare Begriffe, einseitig ausgewählte Kennzahlen oder nicht ausreichend nachgewiesene Wirkungsversprechen diesen Eindruck erzeugen. Entscheidend ist der Vergleich zwischen Aussage und Nachweis.

Fragen Sie nach messbaren Kriterien, Geltungsbereich und überprüfbaren Belegen. Ein grüner Produktname ersetzt diese Informationen nicht.

I

Impact Investing

Impact Investing verfolgt neben einem finanziellen Ertrag ausdrücklich eine positive, messbare soziale oder ökologische Wirkung. Zur Strategie gehören daher ein klares Wirkungsziel und ein nachvollziehbarer Umgang mit Ergebnissen. Die beabsichtigte Wirkung ist von einer zufälligen positiven Nebenfolge einer Investition zu unterscheiden.

Prüfen Sie, welcher eigene Beitrag des Investments belegt wird. Eine Absichtserklärung allein beweist noch keine tatsächlich erreichte Wirkung.

Index

Ein Wertpapierindex fasst die Entwicklung einer nach Regeln ausgewählten Gruppe von Anlagen in einer Kennzahl zusammen. Die Regeln bestimmen beispielsweise Auswahl und Gewichtung der enthaltenen Werte. Ein Index kann als Vergleichsmaßstab dienen oder die Grundlage einer Fondsstrategie bilden, die ihn nachbildet.

Bei nachhaltigen Indizes zählen die konkreten Auswahlregeln. Ähnliche Namen können deutlich unterschiedliche Unternehmen und Gewichtungen enthalten.

Inflation

Inflation bezeichnet einen allgemeinen Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen. Dadurch sinkt die Kaufkraft des Geldes: Für denselben Eurobetrag lässt sich weniger kaufen. Bei Geldanlagen ist deshalb neben dem nominellen Ertrag auch entscheidend, wie sich die Preise während der Anlagezeit entwickeln.

Ein höherer Kontostand bedeutet bei steigenden Preisen nicht automatisch eine entsprechend höhere Kaufkraft.

Investmentfonds

Ein Investmentfonds bündelt Kapital mehrerer Anleger und investiert es nach einer festgelegten Strategie, beispielsweise in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Anleger erwerben Anteile am Fonds. Welche Chancen und Risiken entstehen, hängt unter anderem von den enthaltenen Anlagen, ihrer Gewichtung und den Kosten ab.

Viele Einzelpositionen können Risiken streuen. Ein Fonds mit engem Schwerpunkt kann dennoch stark konzentriert sein.

ISIN

Die International Securities Identification Number ist eine internationale Kennung für Finanzinstrumente. Sie besteht aus zwölf Zeichen und hilft, ein bestimmtes Wertpapier eindeutig zuzuordnen. Bei Fonds können unterschiedliche Anteilklassen jeweils eine eigene ISIN haben, etwa für ausschüttende und thesaurierende Varianten desselben Fonds.

Eine ISIN identifiziert ein Instrument. Sie ist kein Gütesiegel für Sicherheit, Seriosität oder Nachhaltigkeit.

K

Klumpenrisiko

Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil des angelegten Vermögens von denselben Unternehmen, Branchen, Regionen oder anderen gemeinsamen Faktoren abhängt. Probleme in diesem Bereich können das gesamte Depot besonders stark treffen. Auch mehrere Fonds können zusammen einen solchen Schwerpunkt bilden, wenn sich ihre Bestände überschneiden.

Unterschiedliche Fondsnamen bedeuten nicht automatisch unterschiedliche Risiken. Entscheidend sind die tatsächlich enthaltenen Anlagen und Gewichtungen.

Kupon

Der Kupon bezeichnet bei einer Anleihe die vereinbarte Verzinsung ihres Nennwerts. Ein fester Jahreskupon von drei Prozent auf 1.000 Euro Nennwert entspricht beispielsweise 30 Euro jährlich vor Steuern. Die persönliche Rendite hängt zusätzlich insbesondere vom Kaufpreis, der Laufzeit und den Kosten ab.

Ein fester Kupon garantiert keine Auszahlung: Der Schuldner muss seine Zahlungsverpflichtungen auch erfüllen können.

L

Liquidität

Bei einer Geldanlage beschreibt Liquidität, wie schnell und zu welchen Bedingungen sie in verfügbares Geld umgewandelt werden kann. Ein gut handelbares Wertpapier ist meist liquider als eine langfristig gebundene Beteiligung. Relevant sind neben Verkaufswegen auch mögliche Preisabschläge, Rückgabefristen und die Dauer bis zur Auszahlung.

Täglicher Handel bedeutet weder einen garantierten Verkaufspreis noch eine sofortige Gutschrift auf dem Bankkonto.

N

Nachhaltigkeitspräferenzen

Nachhaltigkeitspräferenzen beschreiben Wünsche eines Anlegers zu ökologischen und sozialen Merkmalen seiner Geldanlage. In der Anlageberatung werden sie in festgelegte Kategorien übersetzt, etwa Mindestanteile nachhaltiger Investitionen oder die Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen. Sie ergänzen die Prüfung finanzieller Ziele, Erfahrungen, Risikobereitschaft und Verlusttragfähigkeit.

Eine passende Nachhaltigkeitsausrichtung ersetzt nicht die Prüfung, ob Laufzeit, Kosten und Risiken zur persönlichen Situation passen.

Nachrangdarlehen

Bei einem Nachrangdarlehen wird vertraglich vereinbart, dass die Forderung im Insolvenzverfahren hinter anderen Forderungen zurücksteht. Damit steigt das Risiko, dass nach Bedienung vorrangiger Gläubiger nichts für den Anleger übrig bleibt. Die konkrete Rangstellung und weitere Zahlungsvorbehalte ergeben sich aus dem Vertrag.

Ein Nachrangdarlehen ist keine geschützte Bankeinlage. Auch bei grünen Projekten kann das eingesetzte Kapital vollständig verloren gehen.

Nettoinventarwert (NAV)

Der Nettoinventarwert eines Fonds ergibt sich aus dem Wert seiner Vermögensgegenstände abzüglich seiner Verbindlichkeiten. Teilt man diesen Gesamtwert durch die Zahl der ausgegebenen Anteile, erhält man den Nettoinventarwert je Anteil. Er wird häufig zur Bewertung und Abrechnung von Fondsanteilen verwendet.

Ein Börsenkurs kann vom Nettoinventarwert je Anteil abweichen; beim Handel können zusätzlich Gebühren und Kursspannen entstehen.

O

Offenlegungsverordnung (SFDR)

Die europäische Sustainable Finance Disclosure Regulation regelt nachhaltigkeitsbezogene Informationen bestimmter Finanzmarktteilnehmer, Finanzberater und Finanzprodukte. Dazu gehören Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken, nachteiligen Auswirkungen und beworbenen Merkmalen oder Zielen. Die häufig genannten Artikel 8 und 9 betreffen unterschiedliche Offenlegungsfälle bei Produkten und sollten nicht als einfache Qualitätsnoten gelesen werden.

Offenlegung macht Aussagen überprüfbarer, garantiert aber weder eine bestimmte Umweltwirkung noch einen finanziellen Anlageerfolg.

P

Paris-Aligned Benchmark (PAB)

Eine EU Paris-Aligned Benchmark ist ein Klimaindex mit europäischen Mindeststandards. Seine Konstruktion berücksichtigt unter anderem eine niedrigere Treibhausgaskennzahl gegenüber dem Anlageuniversum, einen weiteren Reduktionspfad und bestimmte Ausschlüsse. Ein entsprechender ETF orientiert sich an diesen Indexregeln; die Bezeichnung beschreibt keine garantierte Wirkung einzelner Anlegergelder.

Die Klimakennzahl eines Index kann auch durch veränderte Gewichtungen sinken, ohne dass Unternehmen ihre Emissionen entsprechend verringern.

Principal Adverse Impacts (PAI)

Principal Adverse Impacts sind die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Gemeint sind beispielsweise Belastungen für Klima, Umwelt oder Menschenrechte. PAI-Angaben und zugehörige Indikatoren sollen sichtbar machen, welche negativen Auswirkungen betrachtet werden und wie ein Anbieter damit bei seinen Entscheidungen umgeht.

Die Berücksichtigung eines Indikators bedeutet nicht automatisch, dass die betreffende negative Auswirkung vollständig ausgeschlossen wird.

Prospekt

Ein Verkaufsprospekt beschreibt eine Anlage ausführlicher als eine Werbeseite oder ein kurzes Informationsblatt. Bei Fonds erläutert er unter anderem Anlageziele, zulässige Anlagen, Risiken, Kosten und Bedingungen für den Erwerb oder die Rückgabe. Welche Angaben vorgeschrieben sind, hängt von der rechtlichen Produktart ab.

Ein Prospekt ist eine Informationsgrundlage. Seine Veröffentlichung ist keine Zusage für Qualität, Sicherheit oder künftigen Gewinn.

R

Rebalancing

Rebalancing bedeutet, die Verteilung eines Depots wieder an zuvor festgelegte Zielgewichte anzunähern. Weil sich Anlagen unterschiedlich entwickeln, können ihre Anteile mit der Zeit steigen oder sinken. Die Anpassung kann beispielsweise über neue Einzahlungen, veränderte Sparraten oder Käufe und Verkäufe erfolgen.

Umschichtungen können Kosten und Steuern auslösen. Rebalancing ist keine Garantie gegen Wertverluste des Depots.

Rendite

Die Rendite setzt den Ertrag einer Anlage ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital und zu einem angegebenen Zeitraum. Je nach Berechnung fließen laufende Zahlungen und Wertveränderungen ein. Für einen Vergleich muss erkennbar sein, ob Kosten, Steuern und gegebenenfalls Inflation bereits berücksichtigt wurden.

Eine historische oder prognostizierte Rendite ist kein Versprechen für die zukünftige Entwicklung einer Geldanlage.

Risiko

Risiko bezeichnet bei der Geldanlage die Unsicherheit über das spätere Ergebnis und die Möglichkeit finanzieller Nachteile. Dazu zählen unter anderem Kursverluste, Zahlungsausfälle, eingeschränkte Verfügbarkeit oder Kaufkraftverluste. Welche Risiken besonders wichtig sind, hängt von Produkt, Anlagezeitraum und dem persönlichen Bedarf an dem Geld ab.

Nachhaltigkeitsmerkmale beseitigen finanzielle Risiken nicht. Auch eine ökologisch überzeugende Anlage kann erhebliche Verluste verursachen.

S

Scope-1-Emissionen

Scope 1 umfasst direkte Treibhausgasemissionen aus Quellen, die ein Unternehmen besitzt oder kontrolliert. Beispiele sind die Verbrennung von Brennstoffen in eigenen Anlagen oder Emissionen eigener Fahrzeuge. Welche Quellen dazugehören, richtet sich nach der festgelegten organisatorischen Grenze der Unternehmensbilanz.

Eine Scope-1-Zahl bildet allein weder den eingekauften Strom noch sämtliche Emissionen der Lieferkette ab.

Scope-2-Emissionen

Scope 2 erfasst indirekte Treibhausgasemissionen aus der Erzeugung von eingekauftem oder bezogenem Strom, Dampf, Wärme und Kälte, die ein Unternehmen verbraucht. Die Emission entsteht beim Energieerzeuger, wird aber dem Energiebezug des berichtenden Unternehmens zugeordnet. Für die Berechnung gelten eigene methodische Regeln.

Für Vergleiche müssen die verwendete Berechnungsmethode, die erfassten Energiearten und der Berichtszeitraum zusammenpassen.

Scope-3-Emissionen

Scope 3 umfasst weitere indirekte Treibhausgasemissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, die nicht Scope 2 zugeordnet werden. Beispiele sind eingekaufte Materialien, Geschäftsreisen sowie Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte. Die Bilanzierung unterscheidet Kategorien, deren Bedeutung je nach Geschäftsmodell stark variieren kann.

Scope-3-Werte enthalten oft Schätzungen. Umfang, Datenqualität und erfasste Kategorien sind deshalb für die Einordnung wichtig.

Socially Responsible Investing (SRI)

SRI steht für verantwortungsbewusstes Investieren unter Einbeziehung ethischer, sozialer oder ökologischer Kriterien. In der Praxis werden dafür beispielsweise bestimmte Geschäftstätigkeiten ausgeschlossen oder Unternehmen nach ausgewählten Nachhaltigkeitsmerkmalen gefiltert. Welche Regeln genau gelten und wie streng sie sind, unterscheidet sich zwischen Anbietern und Produkten.

Das Kürzel allein definiert keine einheitliche Anlagestrategie. Maßgeblich sind die verbindlichen Kriterien des konkreten Produkts.

Sondervermögen

Im deutschen Fondsrecht ist ein Sondervermögen ein gemeinschaftlich angelegtes Vermögen, das getrennt vom eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft gehalten wird. Diese rechtliche Trennung schützt vor einem unmittelbaren Zugriff ihrer Gläubiger auf das Fondsvermögen. Sie ändert jedoch nichts an den wirtschaftlichen Risiken der enthaltenen Anlagen.

Sondervermögen bedeutet keine Einlagensicherung und keinen garantierten Rückzahlungsbetrag. Auch der Wert des Fondsvermögens kann sinken.

Sparplan

Ein Sparplan sieht regelmäßige Einzahlungen oder Käufe nach vereinbarten Regeln vor. Bei einem Fonds- oder ETF-Sparplan werden damit fortlaufend Anteile erworben. Bei gleichbleibender Rate entstehen bei niedrigerem Anteilpreis mehr und bei höherem Preis weniger Anteile. Die Anlage selbst bleibt dennoch Kursschwankungen ausgesetzt.

Ein regelmäßiger Kauf verhindert Verluste nicht. Kosten, Änderungsmöglichkeiten und die gewählte Anlage bleiben eigenständige Prüfpunkte.

Stimmrechte

Stimmrechte ermöglichen Aktionären, an bestimmten Entscheidungen einer Aktiengesellschaft mitzuwirken, insbesondere in der Hauptversammlung. Bei Aktien im Fonds werden diese Rechte regelmäßig durch die zuständige Fondsverwaltung ausgeübt. Nachhaltig orientierte Anbieter können Abstimmungen beispielsweise nutzen, um Erwartungen an Unternehmensführung oder Klimastrategien zum Ausdruck zu bringen.

Eine Abstimmungsrichtlinie beschreibt einen Ansatz. Veröffentlichte Abstimmungsergebnisse zeigen, wie der Anbieter seine Rechte tatsächlich genutzt hat.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Die SDGs sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030. Sie betreffen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aufgaben, beispielsweise Klimaschutz, Gesundheit und Armutsbekämpfung. Anbieter nutzen sie teilweise als Bezugsrahmen, um die angestrebten Beiträge ihrer Anlagen zu beschreiben.

Ein SDG-Symbol auf einem Produkt belegt für sich allein weder einen messbaren Beitrag noch eine unabhängige Prüfung.

T

Tagesgeld

Im Privatkundengeschäft bezeichnet Tagesgeld eine Bankeinlage ohne fest vereinbarte Anlagedauer, über die grundsätzlich täglich verfügt werden kann. Die Verzinsung ist typischerweise veränderlich, sofern keine befristete Zusage gilt. Für die tatsächliche Nutzung zählen auch die vereinbarten Überweisungswege und der Zeitpunkt der Gutschrift.

Ein grüner Kontoname beschreibt noch nicht die Finanzierungsregeln der Bank. Diese müssen separat nachvollziehbar sein.

Thesaurierung

Bei einem thesaurierenden Fonds verbleiben erwirtschaftete Erträge wie Zinsen oder Dividenden im Fondsvermögen und werden nicht an Anleger ausgeschüttet. Sie stehen damit für die weitere Anlage zur Verfügung. Die Zahl der bereits gehaltenen Fondsanteile steigt durch die Thesaurierung selbst normalerweise nicht.

Thesaurierung beschreibt die Verwendung von Erträgen. Sie bedeutet weder einen garantierten Wertzuwachs noch automatisch Steuerfreiheit.

Total Expense Ratio (TER)

Die TER ist eine Kostenkennzahl, die bestimmte jährliche Fondskosten zum durchschnittlichen Fondsvermögen ins Verhältnis setzt. Sie wird auch Gesamtkostenquote genannt. Trotz dieser Bezeichnung erfasst sie nicht automatisch sämtliche Belastungen eines Anlegers, etwa persönliche Depotgebühren oder alle Kosten des Kaufs und Verkaufs.

Für den vollständigen Kostenvergleich sind zusätzlich Transaktionskosten, mögliche Ausgabeaufschläge und weitere Vertragsgebühren zu prüfen.

V

Volatilität

Volatilität beschreibt die Stärke der Schwankungen eines Kurses oder einer Rendite innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Hohe Volatilität steht für stärkere Ausschläge nach oben und unten. Sie wird häufig als Risikokennzahl verwendet, bildet aber nicht jedes Anlagerisiko ab, beispielsweise einen schwer vorhersehbaren Zahlungsausfall.

Eine niedrige historische Volatilität ist keine Garantie, dass eine Anlage künftig stabil bleibt oder jederzeit verkäuflich ist.

W

Währungsrisiko

Ein Währungsrisiko entsteht, wenn der Wert oder die Zahlungen einer Anlage von Wechselkursen abhängen. Verändert sich der Kurs gegenüber der Währung, in der ein Anleger später Ausgaben hat, kann der nutzbare Gegenwert steigen oder fallen. Das gilt auch bei unverändertem Wert der Anlage in ihrer ursprünglichen Währung.

Die Anzeige eines Preises in Euro beweist nicht, dass alle wirtschaftlichen Währungsrisiken einer Anlage abgesichert sind.

Z

Zinseszins

Zinseszins entsteht, wenn bereits gutgeschriebene Zinsen angelegt bleiben und künftig ebenfalls verzinst werden. Bei unverändert positivem Zinssatz wächst dadurch die Basis weiterer Zinszahlungen. Ein vergleichbarer Wiederanlageeffekt kann bei anderen Erträgen auftreten; deren Höhe und weitere Wertentwicklung müssen jedoch nicht feststehen.

Beispielrechnungen mit konstantem Zinssatz sind Annahmen. Bei schwankenden Anlagen ist ein gleichmäßiger Vermögenszuwachs nicht zugesagt.

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