Begriffe verstehen

ESG und SRI: Was ist der Unterschied?

ESG und SRI stehen auf vielen Fonds und ETFs. Die Kürzel helfen bei der ersten Orientierung, ersetzen aber keinen Blick in die Anlagestrategie. Entscheidend ist, welche Regeln ein Produkt tatsächlich anwendet.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

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Das Wichtigste

ESG beschreibt Themenfelder. SRI steht für sozial verantwortliches Investieren. Wie streng ein Fonds auswählt, lässt sich erst aus seinen konkreten Regeln erkennen.

In diesem Artikel
  1. Wofür steht ESG?
  2. Was bedeutet SRI?
  3. Drei Auswahlregeln mit unterschiedlicher Wirkung
  4. Ein Beispiel für Ihren Vergleich
  5. Welche Rolle spielt der Fondsname?

Wofür steht ESG?

ESG umfasst Environmental, Social und Governance: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Unter Umwelt können beispielsweise Emissionen und Ressourcenverbrauch fallen. Soziale Kriterien betreffen etwa Arbeitsbedingungen; Unternehmensführung umfasst unter anderem Kontrolle, Transparenz und den Umgang mit Korruption. Ein ESG-Verfahren kann diese Aspekte bewerten, unterschiedlich gewichten oder einzelne Ausschlüsse daraus ableiten.

Das Wort allein beantwortet jedoch nicht, welche Unternehmen tatsächlich im Portfolio landen. Ein Anbieter kann vor allem untersuchen, welche Nachhaltigkeitsrisiken den Unternehmenswert beeinflussen. Das ist eine andere Fragestellung als die Suche nach Unternehmen mit besonders positiver Umweltwirkung.

Was bedeutet SRI?

SRI ist die Abkürzung für Socially Responsible Investment. In der Praxis wird damit sozial verantwortliches Investieren bezeichnet, häufig verbunden mit Ausschlussregeln oder einer engeren Auswahl. Eine allgemeine Garantie, dass jedes SRI-Produkt strenger als jedes ESG-Produkt ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Verbraucherzentrale erläutert die Begriffe und verweist auf die unterschiedlichen Nachhaltigkeitsanforderungen einzelner Fonds. ESG und SRI bei der Verbraucherzentrale. Für den Vergleich ist deshalb die vollständige Index- oder Fondsbeschreibung aussagekräftiger als die Abkürzung im Produktnamen.

Drei Auswahlregeln mit unterschiedlicher Wirkung

  • Ausschlüsse: Bestimmte Aktivitäten oder Verstöße schließen ein Unternehmen aus. Relevant sind dabei auch Umsatzschwellen und die Frage, welche Teile eines Konzerns erfasst werden.
  • Best-in-Class: Unternehmen werden innerhalb einer Vergleichsgruppe ausgewählt. Ein relativ gutes Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Branche Ihren Vorstellungen entspricht.
  • Engagement: Investoren versuchen durch Dialog oder Stimmrechte Veränderungen anzustoßen. Prüfen Sie, welche Ziele, Fristen und Konsequenzen dokumentiert werden.

Die Ansätze lassen sich kombinieren. Das Umweltbundesamt stellt unterschiedliche Strategien nachhaltiger Geldanlagen gegenüber. Für Ihre eigene Entscheidung sollten Sie für jeden Ansatz einen Nachweis verlangen, der über eine allgemeine Werbeaussage hinausgeht.

Ein Beispiel für Ihren Vergleich

Angenommen, Ihnen ist der Ausschluss von Kohle besonders wichtig. Fragen Sie nicht nur, ob es einen Kohlefilter gibt. Fragen Sie auch, ob er Förderung, Stromerzeugung oder beides betrifft, welche Schwelle verwendet wird und ob es Ausnahmen für Unternehmen im Wandel gibt. Zwei Produkte können beide einen Filter besitzen und dennoch unterschiedliche Unternehmen enthalten.

Halten Sie die Antworten in einer kleinen Tabelle fest: Kriterium, verbindliche Regel, Ausnahme und Fundstelle im Dokument. Dieses Vorgehen macht Ihren Vergleich nachvollziehbar und lässt sich auf Rüstung, Menschenrechte oder andere persönliche Schwerpunkte übertragen.

Welche Rolle spielt der Fondsname?

Für bestimmte ESG- und Nachhaltigkeitsbegriffe in Fondsnamen existieren ESMA-Leitlinien. Sie sehen unter anderem eine 80-Prozent-Schwelle für Anlagen zur Erfüllung der angegebenen ökologischen oder sozialen Merkmale beziehungsweise nachhaltigen Anlageziele sowie begriffsabhängige Ausschlüsse vor. Das ist keine Aussage, dass 80 Prozent jedes solchen Fonds ausschließlich „grüne Unternehmen“ sein müssen. Erläuterung der ESMA.

Auch ein regelkonformer Name ersetzt daher Ihre persönliche Prüfung nicht. Wie Sie auffällige Versprechen einordnen, lesen Sie im Beitrag Greenwashing bei Geldanlagen erkennen.