Anleihen

Green Bonds: Wie funktionieren grüne Anleihen?

Mit einer grünen Anleihe leihen Anleger einem Emittenten Geld. Der Nachhaltigkeitsanspruch bezieht sich häufig auf die Verwendung der Mittel. Ob Zinsen und Kapital zurückgezahlt werden, bleibt eine eigenständige wirtschaftliche Frage.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

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Das Wichtigste

Prüfen Sie bei Green Bonds zwei Ebenen: den grünen Verwendungszweck und die Zahlungsfähigkeit des Emittenten. Ein Umweltbericht ersetzt keine Bonitätsprüfung.

In diesem Artikel
  1. Was macht eine Anleihe zu einem Green Bond?
  2. Kupon und Rendite unterscheiden
  3. Welche Risiken bleiben bestehen?
  4. Vier Unterlagen für Ihren Vergleich
  5. Direkte Anleihe oder Fonds?

Was macht eine Anleihe zu einem Green Bond?

Green Bonds dienen typischerweise der Finanzierung oder Refinanzierung von Vorhaben mit Umweltbezug. Dazu können zum Beispiel Energie-, Gebäude- oder Verkehrsprojekte gehören. Die freiwilligen Green Bond Principles der ICMA beschreiben Anforderungen an Transparenz und Berichterstattung. Relevant sind die Mittelverwendung, die Projektauswahl, die Verwaltung der Erlöse und die Berichte darüber. Green Bond Principles der ICMA.

„Refinanzierung“ bedeutet, dass auch bereits vorhandene Vorhaben beziehungsweise frühere Finanzierungsmittel betroffen sein können. Fragen Sie deshalb, wie viel der Emission neuen Projekten und wie viel bestehenden Ausgaben zugeordnet wird. Die Bezeichnung Green Bond allein erklärt diesen Anteil nicht.

Kupon und Rendite unterscheiden

Der Kupon beschreibt die vereinbarte Zinszahlung bezogen auf den Nennwert. Ihre tatsächliche Rendite hängt zusätzlich davon ab, zu welchem Kurs Sie kaufen, wann Sie verkaufen beziehungsweise wann die Anleihe fällig wird und welche Kosten anfallen.

Ein vereinfachtes Beispiel: Eine Anleihe mit 1.000 Euro Nennwert zahlt jährlich 30 Euro. Wer sie für 1.050 Euro kauft, hat zwar weiterhin 30 Euro Kupon, bezahlt aber mehr als den Nennwert. Wird bei Fälligkeit vertragsgemäß nur der Nennwert zurückgezahlt, muss die Kursdifferenz in die Renditeberechnung einfließen. Der Kupon ist daher nicht einfach Ihre Gesamtrendite.

Welche Risiken bleiben bestehen?

Kann der Emittent seine Verpflichtungen nicht erfüllen, drohen ausbleibende Zahlungen bis hin zum Kapitalverlust. Verkaufen Sie vor Fälligkeit, kann außerdem der Börsenkurs unter Ihrem Kaufkurs liegen. Hinzu kommen je nach Anleihe geringe Handelbarkeit, Währungsrisiken oder besondere Kündigungsrechte.

Auch grüne Bundeswertpapiere schwanken während ihrer Laufzeit im Kurs. Die Deutsche Finanzagentur erläutert den Zusammenhang zwischen Marktrenditen und Anleihekursen sowie die Unterschiede zwischen kurzen und langen Laufzeiten. Informationen zu grünen Bundeswertpapieren. Die dortige Einschätzung zur Zahlungsfähigkeit des Bundes lässt sich nicht auf Unternehmensanleihen übertragen.

Vier Unterlagen für Ihren Vergleich

  1. Anleihebedingungen: Wer schuldet was, wann und in welcher Währung? Gibt es Nachrang, Sicherheiten oder vorzeitige Kündigungsrechte?
  2. Rahmenwerk: Welche Projekte sind zugelassen, und welche Kriterien gelten bei der Auswahl?
  3. Zuweisungsbericht: Wohin sind die Mittel tatsächlich geflossen, und welcher Anteil ist noch nicht zugeordnet?
  4. Wirkungsbericht: Welche Ergebnisse werden angegeben, und welche Berechnungsannahmen liegen ihnen zugrunde?

Eine externe Einschätzung kann bei der Einordnung helfen. Prüfen Sie aber, was sie genau bewertet. Eine Bewertung des grünen Rahmenwerks ist keine Garantie der Rückzahlung.

Direkte Anleihe oder Fonds?

Eine einzelne Anleihe konzentriert das Risiko auf einen Emittenten und bestimmte Vertragsbedingungen. Ein Fonds kann mehrere Anleihen bündeln, hat aber eigene Kosten, Laufzeitmerkmale und Kursschwankungen. Die Fälligkeit einer einzelnen Anleihe ist nicht mit einem zugesagten Rückzahlungstermin eines gewöhnlichen offenen Fonds gleichzusetzen.

Halten Sie für jeden Kandidaten Emittent, Restlaufzeit, Renditeberechnung, Handelbarkeit und grüne Nachweise getrennt fest. Für die übergreifende Einordnung hilft der Beitrag zu Risiko, Rendite und Liquidität.