Klimaindizes verstehen

Paris-Aligned Benchmark: Was PAB und CTB bei ETFs bedeuten

Ein ETF mit dem Zusatz PAB orientiert sich an einem Klimaindex mit europäischen Mindeststandards. Der Name beschreibt Regeln für den Referenzwert, aber weder eine sichere Rendite noch eine garantierte Klimawirkung Ihres Geldes.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

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Das Wichtigste

PAB und CTB unterscheiden sich unter anderem beim Ausgangsniveau der Emissionen und bei Ausschlüssen. Beide beziehen Klimaziele auf das Indexportfolio; die tatsächliche Umsetzung muss in der Methodik geprüft werden.

In diesem Artikel
  1. Zwei europäische Kategorien von Klimaindizes
  2. Was der jährliche Reduktionspfad aussagt
  3. Ein saubererer Index ist nicht automatisch eine sauberere Fabrik
  4. Ausschlüsse und konkrete Bestände prüfen
  5. Fünf Fragen vor dem ETF-Vergleich

Zwei europäische Kategorien von Klimaindizes

PAB steht für EU Paris-aligned Benchmark, CTB für EU Climate Transition Benchmark. Solche Referenzwerte können als Grundlage eines ETFs oder als Vergleichsmaßstab dienen. Beide müssen festgelegte Mindestanforderungen an ihre Konstruktion erfüllen.

Nach den Artikeln 9 und 11 der Verordnung (EU) 2020/1818 in konsolidierter Fassung muss die einschlägige Treibhausgaskennzahl gegenüber dem investierbaren Anlageuniversum bei CTB mindestens 30 Prozent, bei PAB mindestens 50 Prozent niedriger liegen. Je nach Anlageart betrifft das die Emissionsintensität oder absolute Emissionen. Diese Zahlen vergleichen Portfolios; sie bedeuten nicht, dass jedes enthaltene Unternehmen seine Emissionen entsprechend gesenkt hat.

Was der jährliche Reduktionspfad aussagt

Artikel 7 sieht einen Reduktionspfad von durchschnittlich mindestens sieben Prozent pro Jahr vor. Die Berechnung erfolgt geometrisch: Ausgangspunkt für den nächsten Schritt ist der jeweilige Vorjahreswert. Bei Aktien bezieht sich das Ziel auf die Treibhausgasintensität. Hinzu kommen detaillierte Berechnungs- und Korrekturregeln.

Ein rein fiktives Zahlenbild verdeutlicht den Unterschied zur einfachen Subtraktion: Aus einem Ausgangswert von 100 werden bei sieben Prozent Reduktion zunächst 93 und danach 86,49. Das illustriert nur die Rechenart. Ein realer Index benötigt zusätzlich die rechtlich und methodisch vorgesehenen Daten, Gewichtungen und Anpassungen.

Ein saubererer Index ist nicht automatisch eine sauberere Fabrik

Ein Index kann seine Kennzahl verbessern, indem er Unternehmen anders gewichtet oder austauscht. Das 2025 ergänzte Handbuch der Platform on Sustainable Finance erläutert die Ebene des Portfolios und solche unterschiedlichen Mechanismen. Es ist eine technische Orientierung; maßgeblich bleiben die Rechtsgrundlagen.

Daraus folgt für die Einordnung: Eine sinkende Portfoliokennzahl allein beweist noch nicht, dass Ihre Anlage eine zusätzliche Emissionsminderung in der realen Wirtschaft verursacht hat. Unterscheiden Sie Veränderungen im Index, Veränderungen innerhalb der Unternehmen und belegbare Beiträge des Investors. Mehr dazu steht im Ratgeber CO₂-Fußabdruck im Depot.

Ausschlüsse und konkrete Bestände prüfen

PAB enthält weitergehende Vorgaben für bestimmte fossile Geschäftstätigkeiten als die CTB-Mindeststandards. Dabei arbeiten die Regeln mit definierten Tätigkeiten und Umsatzschwellen. „PAB“ bedeutet deshalb nicht pauschal, dass jedes Unternehmen mit irgendeinem Bezug zu fossilen Energien ausgeschlossen ist.

Lesen Sie die aktuelle Methodik des konkreten Index. Welche zusätzlichen Ausschlüsse gelten? Wie werden fehlende Daten geschätzt? Welche Unternehmen erhalten hohe Gewichte? Zwei PAB-Indizes können unterschiedliche Regionen und Marktsegmente abdecken. Das gemeinsame Kürzel macht sie weder inhaltlich identisch noch automatisch passend zu Ihren persönlichen ethischen Grenzen.

Fünf Fragen vor dem ETF-Vergleich

  1. Welche Region und welche Anlageklasse bildet der Ausgangsindex ab?
  2. Wie werden die Klimakennzahlen berechnet und mit welchem Basisjahr verglichen?
  3. Welche Ausschlüsse gehen über die EU-Mindestanforderungen hinaus?
  4. Wie stark konzentriert sich das Ergebnis auf einzelne Unternehmen oder Branchen?
  5. Wie setzt der ETF den Index um, und welche Kosten entstehen dabei?

Prüfen Sie abschließend die veröffentlichten Berichte statt nur den Produktnamen. Die Klimaindexregeln ersetzen weder die Prüfung von Marktrisiken noch den Vergleich von Gebühren und Handelbarkeit. Für diesen nächsten Schritt hilft Nachhaltige ETFs auswählen.