Fonds & ETFs
Nachhaltige ETFs auswählen: Worauf kommt es an?
Ein nachhaltiger ETF kann zahlreiche Wertpapiere bündeln. Welche das sind, bestimmt seine Strategie beziehungsweise der zugrunde liegende Index. Für die Auswahl lohnt sich ein Blick hinter das grüne Etikett.
Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung
Vergleichen Sie zuerst den Index und seine Auswahlregeln. Prüfen Sie anschließend Streuung, laufende Kosten, Handelskosten und die Risiken der enthaltenen Anlageklasse.
In diesem Artikel
Beim Index anfangen
Viele ETFs bilden einen Index nach. Bei nachhaltigen Varianten werden dessen Wertpapiere nach zusätzlichen Regeln gefiltert, bewertet oder gewichtet. Für Ihren Vergleich ist deshalb wichtig: Welche Ausgangsmenge wird betrachtet? Welche Unternehmen fallen heraus? Welche werden stärker gewichtet? Und wie oft wird die Zusammensetzung überprüft?
Ein breit angelegter nachhaltiger Aktienindex und ein Index mit Schwerpunkt auf sauberer Energie beantworten unterschiedliche Anlageideen. Der zweite kann thematisch anschaulicher sein, aber stärker von einer Branche abhängen. Die Verbraucherzentrale erläutert die Funktionsweise nachhaltiger Fonds und ETFs.
Streuung anhand der Gewichte beurteilen
Die Zahl der Positionen allein reicht nicht. Prüfen Sie, wie viel Gewicht die größten Unternehmen haben und wie sich Länder, Branchen und Währungen verteilen. Wenn zwei ETFs viele derselben Titel halten, schafft ihre Kombination möglicherweise weniger zusätzliche Streuung als erwartet.
Ein fiktiver Vergleich: ETF A hält 300 Unternehmen, die zehn größten stehen aber für einen erheblichen Anteil. ETF B hält weniger Unternehmen, verteilt die Gewichte jedoch anders. Aus der Anzahl allein lässt sich nicht entscheiden, welcher besser zu Ihrem bestehenden Vermögen passt. Notieren Sie deshalb nicht nur die Anzahl, sondern auch die größten Konzentrationen.
Ausschlüsse und tatsächliche Bestände lesen
Legen Sie Ihre wichtigsten Kriterien neben das Indexregelwerk. Wenn Sie eine bestimmte Tätigkeit ausschließen möchten, müssen Definition, Schwelle und Ausnahmen dazu passen. Kontrollieren Sie anschließend die veröffentlichte Bestandsliste. Bei synthetischer Nachbildung können die gehaltenen Wertpapiere vom abgebildeten Index abweichen; auch die Art der Nachbildung gehört daher in den Vergleich.
Die Begriffe ESG und SRI sind dafür ein Einstieg, aber kein vollständiges Prüfverfahren. Unsere Erklärung der Auswahlansätze hilft, die Regeln zu unterscheiden.
Kosten auf derselben Grundlage vergleichen
Erfassen Sie die laufenden Produktkosten, mögliche Depotentgelte, Kauf- und Verkaufsgebühren sowie den Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei einem Sparplan können andere Konditionen gelten als bei einem Einzelkauf. Ein zeitweise kostenloser Kauf bedeutet nicht, dass das Produkt insgesamt kostenfrei ist.
Die ESMA unterscheidet in ihrer Untersuchung ausdrücklich Produktkosten und Kosten des Vertriebs. ESMA-Bericht zu Fondskosten. Fordern Sie deshalb einen Vergleich für denselben Anlagebetrag, denselben Zeitraum und denselben Vertriebsweg an. Bei Fonds in verschiedenen Währungen kann zusätzlich die Umrechnung relevant sein.
Risiken und Ausschüttung berücksichtigen
Ein nachhaltiger Aktien-ETF unterliegt weiterhin Kursschwankungen. Ein Börsenhandel ermöglicht grundsätzlich einen Verkauf, garantiert aber keinen günstigen Verkaufspreis. Ausschüttende Fonds zahlen Erträge aus; thesaurierende legen sie im Fonds wieder an. Daraus ergibt sich keine allgemeine Aussage, welche Variante für jede Person besser wäre.
Lesen Sie das Basisinformationsblatt und die Risikohinweise vor einer Entscheidung. Halten Sie für jeden Kandidaten dieselben sechs Punkte fest: Index, Kriterien, Konzentrationen, Kosten, Nachbildung und Ertragsverwendung. Fehlt eine Information, sollte sie im Vergleich als offen sichtbar bleiben. Das Ergebnis ist eine fundierte Vorauswahl, keine Zusage künftiger Rendite.