ETF-Aufbau prüfen

Nachhaltige ETFs: physische und synthetische Nachbildung verstehen

Ein nachhaltiger Index legt fest, welche Wertpapiere seine Regeln erfüllen. Die Nachbildungsmethode bestimmt, wie ein ETF die Wertentwicklung dieses Index erreichen möchte. Das sind zwei getrennte Prüfungen.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung

Das Wichtigste

Unterscheiden Sie Indexauswahl, tatsächliche Fondsbestände und Sicherheiten. Ein grüner Referenzindex bedeutet bei synthetischer Nachbildung nicht automatisch, dass jedes im Fonds gehaltene Wertpapier dieselben Filter erfüllt.

In diesem Artikel
  1. Was physische Nachbildung bedeutet
  2. Wie eine synthetische Nachbildung funktioniert
  3. Drei Ebenen der Nachhaltigkeit auseinanderhalten
  4. Gegenparteien und Sicherheiten prüfen
  5. Die Methode in den gesamten Vergleich einbauen

Was physische Nachbildung bedeutet

Ein physischer ETF kauft Wertpapiere aus dem nachzubildenden Index. Bei vollständiger Nachbildung werden dessen Positionen entsprechend abgebildet. Beim sogenannten Sampling hält der Fonds eine Auswahl, mit der er die Eigenschaften des Index möglichst gut nachbilden möchte.

Deshalb müssen die Anzahl der Indexwerte und die Anzahl der Fondspositionen nicht übereinstimmen. Der Leitfaden von Vanguard zur ETF-Nachbildung erläutert beide Verfahren sowie die synthetische Alternative. Für Ihre Prüfung ist die aktuelle Bestandsliste entscheidend. Der Begriff „physisch“ besagt für sich genommen weder, wie streng die Nachhaltigkeitsfilter sind, noch wie breit das Portfolio gestreut ist.

Wie eine synthetische Nachbildung funktioniert

Ein synthetischer ETF nutzt ein Tauschgeschäft, auch Swap genannt. Eine Vertragspartei verpflichtet sich unter den vereinbarten Bedingungen, die gewünschte Indexrendite zu liefern. Bei einer verbreiteten Konstruktion hält der Fonds dafür ein anderes Wertpapierportfolio und tauscht dessen Wertentwicklung gegen die des Zielindex.

Dieses sogenannte Trägerportfolio kann andere Titel enthalten als der nachhaltige Index. Andere Swap-Konstruktionen arbeiten mit abweichenden Zahlungs- und Sicherheitenstrukturen. Lesen Sie deshalb die konkrete Beschreibung des Fonds. Die Wörter „synthetisch“ und „Swap“ allein erklären noch nicht, welche Vermögenswerte gehalten werden und welche Ansprüche bei einem Ausfall bestehen.

Drei Ebenen der Nachhaltigkeit auseinanderhalten

Fiktives Beispiel: Der Zielindex schließt bestimmte fossile Geschäftstätigkeiten aus. In einer separat veröffentlichten Liste des Trägerportfolios erscheint trotzdem ein Energieunternehmen. Das muss zunächst anhand der Vertrags- und Nachhaltigkeitsangaben eingeordnet werden: Gilt der Ausschluss für den Index, für tatsächliche Bestände, für Sicherheiten oder für mehrere dieser Ebenen?

Formulieren Sie Ihre Erwartung entsprechend konkret. Wer bestimmte Unternehmen auch als tatsächliche Fondspositionen ausschließen möchte, benötigt andere Nachweise als jemand, der vor allem die wirtschaftliche Entwicklung eines gefilterten Index abbilden will. Lassen sich die Geltungsbereiche nicht erkennen, ist das eine offene Informationsfrage und kein ausreichender Beleg für die gewünschte Übereinstimmung.

Gegenparteien und Sicherheiten prüfen

Bei Tauschgeschäften besteht das Risiko, dass eine Vertragspartei ihre Verpflichtungen nicht erfüllt. Sicherheiten sollen Risiken begrenzen, sind aber keine pauschale Verlustgarantie. Die ESMA-Leitlinien zu ETFs und anderen OGAW, insbesondere Abschnitte XI und XII, beschreiben Informationen zu Swap-Gegenparteien, Ausfallrisiken und Sicherheiten.

Suchen Sie im Prospekt nach der konkreten Konstruktion und im Jahresbericht nach ihrer tatsächlichen Nutzung. Auch physische ETFs können zusätzliche Geschäfte wie Wertpapierleihe einsetzen. Deshalb ist eine reine Gegenüberstellung „physisch gleich sicher, synthetisch gleich unsicher“ keine ausreichende Risikoprüfung. Marktrisiken des abgebildeten Index bleiben bei beiden Verfahren relevant.

Die Methode in den gesamten Vergleich einbauen

  1. Notieren Sie den genauen Index und seine Nachhaltigkeitsregeln.
  2. Prüfen Sie vollständige Nachbildung, Sampling oder Swap-Konstruktion.
  3. Vergleichen Sie Indexwerte, Fondsbestände und gegebenenfalls Sicherheiten.
  4. Klären Sie, auf welche Ebene jeder Ausschluss angewendet wird.
  5. Erfassen Sie Kosten, Gegenparteien und weitere eingesetzte Geschäfte.

Danach lässt sich beurteilen, welche offenen Punkte für Ihre persönlichen Anforderungen wesentlich sind. Eine einzelne Methode ist kein Qualitätssiegel und garantiert keine bessere Rendite. Die übergreifende Auswahl behandelt Nachhaltige ETFs vergleichen; die inhaltliche Seite vertieft Ausschlusskriterien bei grünen Geldanlagen.