Fonds verstehen

Ausschüttend oder thesaurierend: Nachhaltige Fonds richtig vergleichen

Bei nachhaltigen Fonds und ETFs begegnen Ihnen häufig zwei Varianten: Erträge werden ausgezahlt oder im Fonds behalten. Dieser Unterschied betrifft den Geldfluss, sagt aber für sich genommen nichts über die Nachhaltigkeitsqualität aus.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

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Das Wichtigste

Vergleichen Sie die gesamte Wertentwicklung einschließlich Ausschüttungen. Entscheidend ist außerdem, ob Sie Geld entnehmen möchten oder es weiter angelegt bleiben soll.

In diesem Artikel
  1. Was die beiden Varianten bedeuten
  2. Eine Ausschüttung schafft keinen Zusatzgewinn
  3. Wertentwicklungen auf gleicher Grundlage lesen
  4. Den gewünschten Geldfluss festlegen
  5. Die Nachhaltigkeitsprüfung getrennt durchführen
  6. Fünf Punkte vor der Auswahl notieren

Was die beiden Varianten bedeuten

Ein ausschüttender Fonds zahlt Erträge nach seinen Bedingungen an die Anleger aus. Ein thesaurierender Fonds behält sie im Fondsvermögen. Bei gleicher Anlagestrategie kann die Ertragsverwendung durch unterschiedliche Anteilklassen geregelt sein.

Die Deutsche Börse erklärt typische Kürzel in ETF-Namen: „Acc“ steht häufig für thesaurierend, „Dist“ für ausschüttend. Verlassen Sie sich dennoch auf die Produktunterlagen. Notieren Sie die genaue Kennnummer, damit Sie nicht versehentlich Kosten oder Wertentwicklungen verschiedener Anteilklassen vermischen.

Eine Ausschüttung schafft keinen Zusatzgewinn

Fiktives, stark vereinfachtes Beispiel ohne Steuern, Kosten und Marktbewegungen: Sie besitzen 100 Anteile zu je 50 Euro. Der Wert beträgt 5.000 Euro. Schüttet der Fonds zwei Euro pro Anteil aus, erhalten Sie 200 Euro. Rechnerisch verbleiben 48 Euro je Anteil und damit 4.800 Euro im Fonds. Zusammen sind es weiterhin 5.000 Euro.

Das Beispiel erklärt den Geldfluss, nicht einen garantierten Börsenkurs. Im tatsächlichen Handel verändern sich Preise zusätzlich. Die Erläuterung der BVI-Methode zeigt diesen Zusammenhang zwischen Ausschüttung, Anteilwert und Wiederanlage anhand einer eigenen Modellrechnung.

Wertentwicklungen auf gleicher Grundlage lesen

Ein reiner Kursvergleich kann einen ausschüttenden Fonds schlechter erscheinen lassen, weil ausgezahltes Geld nicht mehr im Anteilwert enthalten ist. Für den Vergleich benötigen Sie eine Darstellung, die Ausschüttungen berücksichtigt.

Der Fondsverband BVI erläutert zur Wertentwicklungsstatistik, dass Ausschüttungen rechnerisch sofort wieder angelegt werden. Ihr persönlicher Verlauf kann davon abweichen, wenn Sie Auszahlungen verbrauchen, später investieren oder zusätzliche Kosten tragen. Lesen Sie daher die Berechnungshinweise unter einer Grafik, bevor Sie zwei Linien bewerten.

Den gewünschten Geldfluss festlegen

Wenn Sie Erträge weiter anlegen möchten, fragen Sie bei einem ausschüttenden Produkt nach einer möglichen automatischen Wiederanlage, Mindestbeträgen und Gebühren. Bei einem thesaurierenden Produkt entfällt die eigene Entscheidung über die laufende Wiederanlage im Fonds. Das beseitigt aber keine Marktrisiken.

Wenn Sie Geld für Ausgaben benötigen, planen Sie nicht allein mit vergangenen Ausschüttungen. Höhe und Zeitpunkt sind anhand der Bedingungen zu prüfen und können sich verändern. Bei einem thesaurierenden Fonds kann ein Geldbedarf Verkäufe erfordern. Ob diese gerade zu einem günstigen Preis möglich sind, lässt sich nicht vorab zusagen.

Die Nachhaltigkeitsprüfung getrennt durchführen

„Ausschüttend“ und „thesaurierend“ beschreiben nicht, welche Unternehmen finanziert werden oder welche Ausschlüsse gelten. Vergleichen Sie dafür Index, Anlagepolitik, Zusammensetzung und Nachhaltigkeitsunterlagen. Bei ähnlich benannten Varianten sollten Sie die Übereinstimmung prüfen, statt sie einfach anzunehmen.

Beachten Sie zusätzlich Währung, mögliche Währungsabsicherung und Kosten. Ein Unterschied in diesen Punkten kann einen Vergleich stärker beeinflussen als die Ertragsverwendung. Unser Überblick zu nachhaltigen ETFs hilft bei dieser eigenständigen Produktprüfung.

Fünf Punkte vor der Auswahl notieren

  1. Möchte ich laufende Auszahlungen oder soll das Geld angelegt bleiben?
  2. Welche Ertragsverwendung gilt laut Produktunterlagen?
  3. Welche Kosten entstehen bei eigener Wiederanlage oder Verkäufen?
  4. Berücksichtigt die Vergleichsgrafik Ausschüttungen?
  5. Stimmen Strategie, Nachhaltigkeitsregeln und übrige Merkmale überein?

Steuerliche Folgen hängen von der persönlichen Situation und den geltenden Regeln ab; aus der Ertragsverwendung allein lässt sich kein pauschaler Steuervorteil ableiten. Für regelmäßige Käufe lesen Sie ergänzend unseren Beitrag zum nachhaltigen ETF-Sparplan.