Kosten verstehen
Kosten nachhaltiger Fonds: Was wirklich abgezogen wird
Bei nachhaltigen Fonds kann sich ein kleiner Kostenunterschied über viele Jahre bemerkbar machen. Für einen fairen Vergleich müssen Sie jedoch zuerst erkennen, welche Gebühren in einer Zahl enthalten sind.
Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung
Betrachten Sie Produktkosten, Kauf- und Verkaufskosten sowie zusätzliche Vertragsgebühren getrennt. Die TER allein bildet nicht Ihre gesamten Anlagekosten ab.
In diesem Artikel
Drei Kostenschichten auseinanderhalten
Auf der ersten Ebene stehen Kosten innerhalb des Fonds, etwa für Verwaltung und Betrieb. Hinzu kommen Kosten des Kaufs und Verkaufs, beispielsweise Ausgabeaufschläge, Orderentgelte oder die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Eine dritte Ebene können Depot, Beratung, Vermögensverwaltung oder ein Versicherungsvertrag bilden.
Die BaFin erläutert in ihrem ABC der Geldanlage unter anderem, dass Transaktionskosten, Ausgabeaufschläge und erfolgsabhängige Gebühren nicht einfach vollständig in der TER enthalten sind. Achten Sie bei jeder Kostenkennzahl auf ihre genaue Definition.
Was bedeutet das in Euro?
Eine Prozentangabe wird greifbarer, wenn Sie sie auf Ihren Anlagebetrag beziehen. Bei einem vereinfachten konstanten Fondsvermögen von 10.000 Euro entsprächen 0,4 Prozent jährlich 40 Euro; 1,4 Prozent entsprächen 140 Euro. Der Unterschied wäre 100 Euro pro Jahr vor weiteren Kosten und ohne Berücksichtigung von Wertänderungen.
In der Praxis schwankt das Vermögen. Deshalb ist die Rechnung nur ein Vergleichsbild und keine Abrechnungsvorhersage. Über mehrere Jahre beeinflussen Kosten außerdem das Kapital, das weiter an der Wertentwicklung teilnehmen kann.
Vergleichbare Unterlagen verwenden
Legen Sie Basisinformationsblatt, aktuelle Kosteninformation Ihres Anbieters und Preisverzeichnis nebeneinander. Vergleichen Sie dieselbe Anteilklasse und denselben Kaufweg. Zwei Fonds mit ähnlichem Namen können Anteilklassen mit unterschiedlichen Gebühren haben.
Prüfen Sie auch, ob eine gezeigte Wertentwicklung bereits Fondskosten berücksichtigt. Andernfalls könnten Sie diese beim eigenen Vergleich versehentlich doppelt abziehen. Steuern sind eine weitere, individuell zu prüfende Ebene.
Nachhaltigkeit rechtfertigt nicht automatisch jeden Aufpreis
Eine zusätzliche Gebühr sagt zunächst nur, dass die Anlage teurer ist. Ob dafür eine nachvollziehbare Leistung erbracht wird, müssen die Unterlagen zeigen: Gibt es transparente Kriterien, detaillierte Berichte oder dokumentierte Einflussnahme auf Unternehmen?
Umgekehrt ist die günstigste Anlage nicht automatisch passend. Wenn Index, Risiko oder Ausschlüsse Ihren Anforderungen widersprechen, löst ein niedriger Preis dieses Problem nicht. Verwenden Sie Kosten deshalb als eigenen Prüfpunkt neben Strategie und Risiko.
Diese Fragen gehören in den Angebotsvergleich
- Welche einmaligen und laufenden Kosten fallen bei meinem konkreten Anlagebetrag an?
- Welche davon sind bereits in der veröffentlichten Kennzahl enthalten?
- Welche zusätzlichen Verträge oder Dienstleistungen bezahle ich?
- Gibt es erfolgsabhängige Gebühren, und wann werden sie ausgelöst?
- Was kostet ein Ausstieg oder Wechsel?
Bitten Sie bei unklaren Angaben um eine verständliche Kostenaufstellung in Euro und Prozent. Nutzen Sie anschließend unsere Vergleichscheckliste, um die Kosten gemeinsam mit den übrigen Kriterien festzuhalten.