Angebote vergleichen
Grüne Geldanlagen vergleichen: Die praktische Checkliste
Drei Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten und Produktarten lassen sich nicht sinnvoll nur nach dem größten Prozentwert ordnen. Ein sauberer Vergleich beginnt mit denselben Fragen an jeden Anbieter.
Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung
Vergleichen Sie Vertragsart, Risiko, Verfügbarkeit, Gesamtkosten und Nachhaltigkeit auf derselben Grundlage. Unbeantwortete Fragen gehören sichtbar in die Übersicht.
In diesem Artikel
1. Vertrag und Anbieter eindeutig zuordnen
Notieren Sie die vollständige juristische Bezeichnung des Vertragspartners und die genaue Produktart. Trennen Sie Anbieter, Vermittler, kontoführende Bank und gegebenenfalls Projektgesellschaft. Fragen Sie, wer Ihnen Zinsen oder Rückzahlungen tatsächlich schuldet.
Sammeln Sie die für das jeweilige Produkt vorgesehenen Unterlagen. Je nach Anlage können dazu ein Basisinformationsblatt, ein Informationsblatt, ein Prospekt und Vertragsbedingungen gehören. Die BaFin erläutert die unterschiedlichen Prospekte und Informationsblätter. Eine Veröffentlichung oder Billigung darf nicht mit einer wirtschaftlichen Empfehlung oder Rückzahlungsgarantie verwechselt werden.
2. Finanzielle Bedingungen nebeneinanderstellen
| Vergleichspunkt | Ihre Frage an den Anbieter |
|---|---|
| Ertrag | Ist die Angabe fest vereinbart, variabel oder eine Prognose? Worauf bezieht sie sich? |
| Verlust | Wie können Verluste entstehen? Ist ein Totalverlust möglich? |
| Verfügbarkeit | Wann und unter welchen Bedingungen kann ich auf mein Geld zugreifen? |
| Kosten | Welche einmaligen, laufenden und ausstiegsbezogenen Kosten fallen an? |
| Absicherung | Welche rechtliche Sicherung greift tatsächlich, und welche Grenzen hat sie? |
Vergleichen Sie gleiche Beträge und Zeiträume. Ein Zins für sechs Monate und eine Prognose über zehn Jahre können nicht einfach in einer gemeinsamen Rangliste stehen.
3. Kosten in Euro sichtbar machen
Bitten Sie neben Prozentangaben um eine Darstellung für Ihren konkreten Anlagebetrag. Dazu gehören gegebenenfalls Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Produktkosten, Depotentgelte und Kosten eines Verkaufs. Bei Fonds ist die laufende Kostenquote nur ein Teil der gesamten Betrachtung.
Vereinfachtes Beispiel: Ein einmaliger Abzug von 2 Prozent auf 10.000 Euro entspricht 200 Euro. Bei zusätzlich angenommenen laufenden Kosten von 1 Prozent sind auf einen konstanten Bezugsbetrag von 10.000 Euro weitere 100 Euro jährlich anzusetzen. In der Realität verändern Wertentwicklung, Berechnungsgrundlage und Zahlungszeitpunkte das Ergebnis. Fragen Sie daher nach der konkreten Berechnung. Die ESMA untersucht Produkt- und Vertriebskosten bei Fonds getrennt.
4. Nachhaltigkeit mit Belegen vergleichen
Formulieren Sie höchstens einige für Sie besonders wichtige Kriterien und suchen Sie die zugehörigen Regeln in den Unterlagen. Ein Eintrag könnte lauten: „Kohleausschluss – Schwelle erklärt – Ausnahmen noch offen.“ Ein anderer: „Wirkungsbericht vorhanden – Berechnungsmethode nachvollziehbar – letzter Berichtszeitraum genannt.“
Vergeben Sie nicht automatisch Pluspunkte für ein Siegel oder ein grünes Produktwort. Entscheidend ist, ob die konkreten Regeln zu Ihren Erwartungen passen. Für typische Rückfragen nutzen Sie unsere sieben Fragen zu Greenwashing bei Geldanlagen.
5. Offene Punkte vor der Entscheidung klären
Speichern Sie Angebotsdatum und Dokumentversion. Fordern Sie Antworten auf wesentliche Fragen schriftlich an. Wenn zwei Aussagen einander widersprechen, lassen Sie erklären, welche Vertragsregel maßgeblich ist. Zeitdruck ist kein Ersatz für Klarheit.
Die fertige Übersicht sollte Ihnen ermöglichen, in eigenen Worten zu erklären, wie die Anlage funktioniert, was sie kostet und wodurch ein Verlust entstehen könnte. Wenn das noch nicht gelingt, ist ein weiteres Gespräch sinnvoll. Eine unabhängige Beratung kann bei der Einordnung helfen; ein allgemeiner Ratgeber kann Ihre persönliche Situation nicht vollständig beurteilen.