Beratung vorbereiten

Nachhaltigkeitspräferenzen: So bereiten Sie das Beratungsgespräch vor

Im Beratungsgespräch soll aus dem Wunsch „Mein Geld soll nachhaltig angelegt werden“ eine nachvollziehbare Auswahl entstehen. Mit einigen vorbereiteten Fragen lässt sich besser erkennen, ob ein Vorschlag zu Ihren Vorstellungen passt.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung

Das Wichtigste

Beschreiben Sie Ihre Wünsche zuerst in eigenen Worten. Lassen Sie sich anschließend erklären und dokumentieren, wie diese in konkrete Produktmerkmale übersetzt werden.

In diesem Artikel
  1. Mit den eigenen Anliegen beginnen
  2. Finanzielle Eignung bleibt eine eigene Frage
  3. Die Kategorien übersetzen lassen
  4. Vom Wunsch zum Produktnachweis kommen
  5. Das Ergebnis in eigenen Worten kontrollieren
  6. Diese fünf Fragen mitnehmen

Mit den eigenen Anliegen beginnen

Schreiben Sie vor dem Termin drei kurze Sätze auf: Welche Tätigkeiten möchten Sie meiden? Welche Entwicklung möchten Sie unterstützen? Welche Nachweise wären Ihnen wichtig? Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „fair“ reichen allein kaum aus, weil sie sehr unterschiedlich ausgelegt werden können.

Eine hilfreiche Formulierung lautet etwa: „Ich möchte nachvollziehen können, wie der Fonds mit Kohleunternehmen umgeht.“ Das ist genauer als ein pauschales grünes Etikett. Halten Sie daneben fest, welche Fragen Sie noch nicht beantworten können. Sie müssen keine Fachbegriffe auswendig lernen, um Ihre Anliegen verständlich zu machen.

Finanzielle Eignung bleibt eine eigene Frage

Auch eine zu Ihren Werten passende Anlage muss zu Ihrem Zeithorizont, Ihrer finanziellen Situation und Ihrem Umgang mit Verlusten passen. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA beschreibt die Nachhaltigkeitspräferenzen als Teil der Geeignetheitsprüfung. Zu ihren Leitlinien gehört außerdem eine verständliche Erklärung der Nachhaltigkeitsmerkmale.

Nennen Sie deshalb benötigte Rücklagen und geplante Ausgaben ebenso deutlich wie Ihre ökologischen Ziele. Ein gutes Gespräch verbindet beide Seiten. Ein besonders engagiert klingendes Nachhaltigkeitskonzept macht eine unpassende Kapitalbindung nicht passend.

Die Kategorien übersetzen lassen

Bei der Abfrage können taxonomiekonforme Investitionen, nachhaltige Investitionen nach der Offenlegungsverordnung und die Berücksichtigung nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen vorkommen. Diese unterscheiden sich in ihrer Fragestellung. Die BaFin erläutert den Zusammenhang zwischen Offenlegungsangaben und Nachhaltigkeitspräferenzen.

Bitten Sie bei Prozentangaben um ein Beispiel: Worauf bezieht sich die Quote, was wird gezählt und welche Mindestzusage gilt für das vorgeschlagene Produkt? Eine hohe Zahl hilft wenig, wenn ihre Grundlage unklar bleibt. Zum Nachlesen eignet sich unser Beitrag zur EU-Taxonomie.

Vom Wunsch zum Produktnachweis kommen

Fiktives Gesprächsbeispiel: Sie möchten keine Finanzierung bestimmter fossiler Aktivitäten. Vorgeschlagen wird ein Fonds mit Umweltmerkmalen. Die nächste Frage lautet dann nicht nur „Ist er nachhaltig?“, sondern: „Welche verbindliche Regel erfüllt meinen konkreten Wunsch, und wo finde ich sie?“

Lassen Sie sich die betreffende Passage in den Unterlagen zeigen. Klären Sie mögliche Umsatzschwellen, Ausnahmen und den Umgang mit Regelverstößen. Bleibt eine Anforderung unerfüllt, sollte das ausdrücklich sichtbar werden. Ein abweichender Vorschlag kann Anlass für weitere Überlegungen sein, ist aber noch keine Übereinstimmung.

Das Ergebnis in eigenen Worten kontrollieren

Lesen Sie die Zusammenfassung des Gesprächs und die Begründung des Vorschlags. Stimmen die festgehaltenen Wünsche mit dem überein, was Sie tatsächlich gesagt haben? Ist erkennbar, welche Merkmale erfüllt werden und welche Punkte offenbleiben? Bitten Sie um Erläuterung, wenn Formulierungen zu allgemein erscheinen.

Wenn kein passendes Produkt gefunden wird, nehmen Sie sich Zeit für die Erklärung. Ändern Sie eine Präferenz nur, wenn Sie die Bedeutung verstanden haben und dies selbst möchten. Halten Sie den Grund einer bewussten Änderung ebenfalls fest.

Diese fünf Fragen mitnehmen

  1. Wie wird mein Nachhaltigkeitswunsch im Vorschlag konkret umgesetzt?
  2. Welche verbindlichen Unterlagen belegen das?
  3. Welche Ausnahmen oder Datenlücken bestehen?
  4. Wie passen Risiko, Kosten und Verfügbarkeit zu meinem Bedarf?
  5. Wie werde ich über wesentliche Änderungen informiert?

Ergänzende Prüfpunkte enthält der Ratgeber zu Ausschlusskriterien. Bewahren Sie Ihre Notizen und die erhaltenen Unterlagen gemeinsam auf.