Nachhaltigkeit prüfen

Ausschlusskriterien: Wie konsequent ist eine grüne Anlage?

„Ohne Kohle“ oder „keine Waffen“ klingt eindeutig. Ob eine Geldanlage Ihre persönlichen Grenzen einhält, hängt aber von den Definitionen und Ausnahmen in ihren verbindlichen Regeln ab.

Herausgeber: Deutsch Marketing GmbH · Stand: · ca. 3 Minuten Lesezeit

Mit KI-Unterstützung erstellt · Hinweise zu möglichen Fehlern und zur Nutzung

Das Wichtigste

Ein Ausschluss ist erst nachvollziehbar, wenn Tätigkeit, Schwelle, betroffene Unternehmen und Verfahren bei Verstößen erklärt sind. Der Werbesatz allein genügt nicht.

In diesem Artikel
  1. Was ein Ausschluss leisten kann
  2. Umsatzschwellen genau lesen
  3. Geltungsbereich und Ausnahmen prüfen
  4. Wie reagiert der Anbieter auf Verstöße?
  5. Ein eigenes Kriterienblatt nutzen

Was ein Ausschluss leisten kann

Ausschlusskriterien grenzen das mögliche Anlageuniversum ein. Sie können bestimmte Geschäftstätigkeiten oder Verstöße gegen festgelegte Standards betreffen. Das Umweltbundesamt unterscheidet solche Filter von anderen nachhaltigen Anlagestrategien. Ein Ausschluss allein belegt noch keine zusätzliche positive Wirkung in der realen Wirtschaft.

Formulieren Sie zunächst Ihre eigene Grenze. Möchten Sie einen bestimmten Geschäftszweig vollständig meiden, oder geht es Ihnen um besonders problematische Tätigkeiten innerhalb dieses Bereichs? Eine präzise Frage ist leichter mit Produktregeln abzugleichen als ein allgemeines Nachhaltigkeitsgefühl.

Umsatzschwellen genau lesen

Fiktives Beispiel: Ein Filter schließt Unternehmen aus, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit einer bestimmten Tätigkeit erzielen. Ein Unternehmen mit drei Prozent könnte dann trotzdem enthalten sein. Ein zweiter Filter mit Nulltoleranz würde es ausschließen. Die Zahl fünf ist hier nur ein Rechenbeispiel, keine gesetzliche oder allgemein übliche Vorgabe.

Fragen Sie außerdem, auf welches Geschäftsjahr sich die Angabe bezieht und wie fehlende Daten behandelt werden. Eine sehr streng klingende Grenze ist nur so nachvollziehbar wie ihre praktische Anwendung.

Geltungsbereich und Ausnahmen prüfen

Erfasst die Regel nur die direkte Herstellung oder auch Vertrieb, Dienstleistungen und Finanzierung? Werden Tochterunternehmen berücksichtigt? Gilt die Aussage für den gesamten Fonds, nur einen Teil oder lediglich die direkt gehaltenen Aktien?

Bei Mischfonds oder Dachfonds stellt sich zusätzlich die Frage, wie Anlagen über andere Fonds behandelt werden. Tragen Sie unklare Punkte ausdrücklich als offen ein, statt automatisch die strengste mögliche Auslegung anzunehmen.

Wie reagiert der Anbieter auf Verstöße?

Eine Richtlinie sollte erklären, wie die Einhaltung überprüft wird und was bei neuen Erkenntnissen geschieht. Denkbar sind eine erneute Bewertung, festgelegte Fristen oder der Verkauf einer Position. Entscheidend ist, welche Regeln das konkrete Produkt tatsächlich vorsieht.

Bitten Sie um ein dokumentiertes Beispiel. Daraus lässt sich häufig mehr über die Anwendung lernen als aus einer langen Liste abstrakter Werte. Die Frage lautet nicht nur „Gibt es einen Ausschluss?“, sondern auch „Wie wird er durchgesetzt?“

Ein eigenes Kriterienblatt nutzen

Eine kleine Tabelle mit vier Spalten reicht: persönliches Kriterium, Produktregel, Nachweis und offene Frage. Beispielsweise: „Kohleförderung meiden – Umsatzschwelle genannt – Richtlinie vom Anbieter – Umgang mit Tochtergesellschaften unklar.“

Prüfen Sie anschließend auch die finanzielle Seite. Strengere Ausschlüsse können die Zusammensetzung eines Portfolios verändern; sie sind keine automatische Sicherheitszusage. Weitere Begriffe erklärt ESG und SRI im Vergleich. Zur Plausibilitätsprüfung hilft der Beitrag über Greenwashing.